NAWI Konformitätsassistent: Konformitätsbewertung von Waagen – geführt statt gesucht
Konformitätsbewertung nichtselbsttätiger Waagen nach 2014/31/EU in acht geführten Schritten: Voreinstellung laden, Kompatibilität der Module automatisch nachweisen, Prüfungen mit Sofortbewertung, Berichte und EU-Konformitätserklärung auf Knopfdruck. Mit integrierter Schulung.
Worum es geht
Wer nichtselbsttätige Waagen für den geschäftlichen Verkehr in Verkehr bringt, kennt den Aufwand. Der Kompatibilitätsnachweis entsteht in einer Excel-Mappe, die Prüfprotokolle auf Papier, die Normtexte liegen in mehreren Ordnern. Eine Bewertung kostet schnell einen halben Tag – und ein übersehener Punkt verhindert die Kennzeichnung.
Der NAWI Konformitätsassistent bildet diese Arbeit als geführten Ablauf ab. Grundlage sind die Richtlinie 2014/31/EU und die EN 45501:2015, die inhaltlich der OIML R 76-1:2006 entspricht. Jeder Schritt erklärt, was geprüft wird und warum, und jede Rechnung zeigt die eingesetzten Werte. Am Ende liegen Prüfbericht, Kompatibilitätsnachweis, Checkliste und der Entwurf der EU-Konformitätserklärung vor.
Ausgelegt ist das System auf Hersteller nach Modul B + D: Die Waagenfamilie hat eine EU-Baumusterprüfbescheinigung, die Produktion ein zertifiziertes Qualitätssicherungssystem. Prüfung, Kennzeichnung und Konformitätserklärung verantwortet der Hersteller; die notifizierte Stelle überwacht das Qualitätssystem. Die Verfahren B + F, F1 und G sind ebenfalls wählbar.
Startseite des NAWI Konformitätsassistenten
Warum bestehende Abläufe oft nicht mehr passen
Viele Prozessbeschreibungen stammen noch aus der Zeit der Richtlinie 2009/23/EG und der EN 45501:1992. Oft enthalten sie auch die Anzeigepflicht nach § 32 MessEG, die seit 2025 entfallen ist.
Das nötige Wissen ist zudem verstreut: Fehlergrenzen, Lastpunkte, Regeln für Ersatzlasten und die Formeln des Kompatibilitätsnachweises stehen in Normen, WELMEC-Leitfäden und Excel-Formeln, die niemand mehr erklären kann.
Bewertungen scheitern in der Praxis meist an denselben Punkten. Typisch sind eine abgelaufene Baumusterprüfbescheinigung, eine falsch eingestellte Nullnachführung oder eine Nullprüfung ohne Feinauflösung, also ohne die erhöhte Anzeigeauflösung für Prüfzwecke. Ebenso häufig wird der Ereigniszähler abgelesen, bevor die Feinauflösung wieder aus ist.
Der Ablauf in acht Schritten
Auftrag: Sie erfassen Kunde, Aufstellort, Prüfer und Verwendungszweck. Aus Breitengrad und Höhe berechnet das System die Fallbeschleunigung g.
Waage und Module: Sie laden eine Voreinstellung oder wählen Waagentyp, Indikator und Wägezelle aus der Datenbank. Die Zertifikatswerte werden übernommen; Sie geben nur Klasse, Höchstlast, Eichwert, Zellenzahl und Kabel ein.
Kompatibilität: Das System führt die zehn Prüfungen nach EN 45501 Anhang F durch, jeweils mit Formel, Werten und deren Herkunft.
Vorprüfung: Vor der Messung erfassen Sie Sichtprüfung, Einstellungen, Software-Kennung, Ereigniszähler, Temperatur und Prüfgewichte.
Prüfplan: Der Plan entsteht automatisch aus Klasse, Bauart und Optionen. Die Lastpunkte liegen dort, wo sich die Fehlergrenze ändert.
Prüfungen: Jede Prüfung hat eine eigene Seite mit Erklärung, Eingabe und Sofortbewertung.
Kennzeichnung: Sie dokumentieren Datenschild, Siegel, Fotos, Ereigniszähler und Eichfrist.
Abschluss: Das System prüft die Vollständigkeit und erzeugt die Berichte.
Schritt 2: Voreinstellung geladen, Kennwerte der Module aus der Datenbank
Kompatibilitätsnachweis: jede Rechnung offen
Der Nachweis nach Anhang F prüft, ob Lastträger, Indikator und Wägezellen zusammenpassen. Der Assistent zeigt jede Prüfung mit Formel und Zahlen und vermerkt, aus welchem Zertifikat ein Wert stammt.
Schritt 3: Kompatibilitätsnachweis mit eingesetzten Werten
Fällt eine Prüfung negativ aus, nennt das System Grund und Abhilfe, zum Beispiel: „n = 6000 überschreitet n_LC = 3000 der Wägezelle. Größeren Eichwert wählen oder Zelle mit höherem n_LC.“ Die Fehlersuche in Excel entfällt.
Nicht kompatibel: Rechnung, Begründung und Abhilfe
Prüfungen: Bewertung schon während der Messung
Bei Richtigkeit, Wiederholbarkeit, Nullstellung, Tara, Exzentrizität und rollender Last bewertet der Assistent jede Anzeige sofort gegen die Fehlergrenze der Ersteichung. So sehen Sie noch am Prüfort, ob ein Lastpunkt nachgemessen werden muss. Die Tara-Verschiebungsprüfung rechnet das System selbst und fordert den praktischen Taratest nur an, wenn er nötig ist.
Richtigkeitsprüfung mit Sofortbewertung
Kennzeichnung und Sicherung
Die Vorschau des Datenschilds enthält CE- und Metrologie-Kennzeichnung, Jahr und Kennnummer der notifizierten Stelle. Die Siegelcheckliste folgt der Zeichnung im Zertifikat, Fotos dokumentieren den Zustand. Den Ereigniszähler erfasst das System erst nach dem Ausschalten der Feinauflösung, die Eichfrist nach MessEV Anlage 7.
Kennzeichnung und Sicherung
Berichte und Konformitätserklärung
Zu jedem Vorgang entstehen vier druckfertige Dokumente. Der Kompatibilitätsnachweis folgt dem Formular aus EN 45501 Anhang F, der Prüfbericht der Gliederung der OIML R 76-2. Dazu kommen die Checkliste und der Entwurf der EU-Konformitätserklärung nach Anhang IV, auch für das zweistufige Verfahren mit dem g-Wert des Aufstellorts.
Prüfbericht
EU-Konformitätserklärung (Entwurf)
Schulung der Prüfer
Zum System gehört eine Schulung mit sechs Modulen und 20 Lektionen auf Deutsch und Englisch. Sie behandelt Grundlagen, Rechtsrahmen, Kompatibilität, Prüfungen, Software und Siegel; jede Lektion endet mit einem Quiz. Nach einem Übungsdurchlauf mit eingebauten Stolpersteinen gibt es ein Zertifikat, und der Schulungsstand erscheint bei jedem Vorgang.
Schulung mit Lernpfad und Zertifikat
Regelwerk und Normstand
Alle Grenzwerte und Prüfparameter sind mit Normstelle und Ausgabestand hinterlegt. Dazu gehören Tabelle 3 und 6 der OIML R 76, die Prüfparameter nach Anhang A, die Eichfristen nach MessEV Anlage 7 und die WELMEC-Leitfäden 2 (2023), 2.4 (2021), 2.10 (2021) und 7.5 (2020). Eine Normrevision wird an einer Stelle eingepflegt, und jeder Vorgang speichert, mit welchem Stand er bewertet wurde.
Prüfkatalog nach EN 45501:2015 / OIML R 76-1:2006 und WELMEC 2, 2.4, 2.10, 7.5.
Nachvollziehbar
Formel, Werte, Herkunft und Begründung zu jeder Prüfung; Protokoll je Vorgang.
Weniger Fehler
Abgelaufene Bescheinigungen werden blockiert, typische Praxisfehler abgefangen.
Passend für Modul B + D
Die Nachweise für die Überwachung des Qualitätssystems entstehen im Ablauf.
Qualifizierte Prüfer
Schulung, Quiz, Übungsdurchlauf und Zertifikat inklusive.
Offen
JSON-Export und -Import, PDF-Berichte, Schnittstelle zu ERP und CAQ.
Lokal und offline
Läuft auf dem Laptop des Prüfers, die Daten bleiben im Haus.
Daten, Export und Sprachen
Stammdaten wie Indikatoren, Wägezellen, Waagentypen, Prüfgewichte und Voreinstellungen lassen sich als JSON exportieren, zentral pflegen und auf mehrere Prüf-Laptops verteilen. Abgeschlossene Vorgänge gehen mit Messwerten, Bewertungen, Fotos und Protokoll in ERP-, CAQ- oder Dokumentenmanagement-Systeme. Das Format ist versioniert und dokumentiert. Oberfläche, Erklärungen und Lektionen gibt es auf Deutsch und Englisch.
Englische Oberfläche
Häufige Fragen
Für welche Waagen ist das System gedacht?
Nichtselbsttätige Waagen der Klassen I bis IIII im Anwendungsbereich der Richtlinie 2014/31/EU: Plattform- und Bodenwaagen, Fahrzeug- und Brückenwaagen, Behälterwaagen. Einbereichswaagen in Version 1; Mehrbereichs- und Mehrteilungswaagen sind im Datenmodell vorbereitet.
Welche Verfahren werden unterstützt?
Standard ist Modul B + D (Baumusterprüfung plus Qualitätssicherung des Herstellers). B + F, F1, D1 und G sind wählbar; die Konformitätserklärung passt sich dem Verfahren an.
Ist das System an einen Hersteller gebunden?
Nein. Indikatoren und Wägezellen jedes Herstellers werden mit den Kennwerten aus ihren Zertifikaten als Stammdaten hinterlegt.
Was passiert bei einer Normrevision?
Grenzwerte, Prüfparameter und Klauselverweise sind an einer Stelle mit Versionsstand hinterlegt und werden dort nachgezogen; jeder Vorgang speichert den Normstand, mit dem er bewertet wurde.
Wo liegen die Daten?
Lokal auf dem Rechner des Anwenders (SQLite-Datei und Fotos im Dateisystem). Ein Mehrbenutzerbetrieb mit zentraler Datenbank ist vorbereitet.
Ersetzt das System die notifizierte Stelle?
Nein. Es strukturiert und dokumentiert die Arbeit des Herstellers bzw. Prüfers und liefert die Nachweise, die die notifizierte Stelle bei der Überwachung des Qualitätssystems erwartet.
Alle Screenshots stammen aus einer anonymisierten Demo-Datenbank ohne echte Hersteller, Typen oder Zertifikatsnummern; Messwerte sind simuliert.